Hallo und Grüße aus Santa Barbara

Hallo allerseits und herzlich wilkommen zu meinem Blog aus Santa Barbara.

 


 

Ich werde hier ab und an berichten, wie es mir im großen weiten Amerika so ergeht. Allerdings kann ich keine täglichen Updates garantieren, werde aber versuchen so 1-2 mal die Woche zu schreiben. Ganz wie ich Lust habe auch öfter.

Mangels Digikam kann ich atm noch nicht mit Fotos dienen, werde mir aber bald eine anschaffen, wenn ich was passendes finde.

Also, was kann ich euch erzählen? Der Flug lief glatt und war auch nicht so anstrengend wie befürchtet. Ehrlichgesagt fand ich es relativ relaxt, da die Sitze verhältnismäßig groß waren. Außerdem war es toll Island, Grönland und Kanada zumindest mal aus der Luft zu sehen. Eine halbe h vor dem Zeitplan sind wir dann im drückend schwülen LA gelandet. Die Stadt ist größer als alles was man sich vorstellen kann, auch wenn ich mit mehr Wolkenkratzern gerechnet hätte. In Wahrheit sind die meisten Häuser einstöckig und viele Gebäude sind neu und sehen alle gleich aus. Nach drei h Busfahrt mit ner Menge Stau und ohne die Stadt wirklich zu verlassen waren wir dann endlich in Santa Barbara oder besser Goleta. Das ist ein Vorort von SB wobei der auch schon recht ordentlich ist. Hier hat alles ein wenig die Atmosphäre eines südeuropäischen Ferienortes. Viele Hotels, viele Fast-Food Stände und nicht zuletzt der Pazifik mit seinen traumhaften weißen Sandstränden, auch wenn ich die erst 2 mal für je ca 15 min gesehen habe.

Die Uni selbst ist auch sehr schön (vgl Bild). An 3 Seiten von Wasser umgeben, mit eigenem Strand und jede Menge Grün zwischen den Gebäuden. Will nicht wissen was das an Wasser kostet. Das ganze verleiht der Uni das Aussehen eines riesigen Parks. Von meiner Wohnung im Santa Ynez Village bis zum MRL, wo ich arbeite brauche ich ca 25 min zu Fuß. Deshalb habe ich mir auch ein Fahrrad gekauft (billiger als leihen) und nutze das gut gepflegte und dichte Netz an Radwegen. 

Mo haben wir hauptsächlich damit verbracht uns auf dem Campus zu orientieren, sprich zu verlaufen, einzukaufen und auf Ämter zu latschen. Aber war dennoch echt cool, den ganzen Tag in der Sonne über den Campus zu schlendern und die Atmosphäre zu genießen.

 Gestern war dann unser erster Tag des Programms. Erst gabs ein Meeting aller Interns unseres Programms. Wir haben einen ganz schönen Stundenplan mit Seminaren und Meetings vom Programm aus und es gab die obligatorischen T-Shirts. Danach habe ich dann Andy, meinen Mentor getroffen und wir haben 1,5 h über mein Projekt gesprochen. Design, Entwicklung und Fertigung einer mikrofluidischen Pumpe basierend auf induzierter Elektroosmose. Die Physik dahinter ist mir mittlerweile klar, und nun gehts direkt ans Machen. Andy ist auch schwer in Ordnung und verzeiht mir sogar Versprecher wie "You can't keep anything in mind." anstatt "everything". Der war mir schon sehr peinlich^^. Nach dem Gespräch und ein wenig Smalltalk war dann noch ein Seminar und im Anschluss wurde ich zum Koch des Abends ernannt und hab für alle Interns Buritos mit Chili gemacht. Und ja, die Chilischoten hier sind gemeiner. ^^

Heute war der erste richtige Arbeitstag. Die Zeiten sind die gleichen wie bei uns, aber irgendwie ist (noch) alles ein wenig entspannter. Hier wirkt keiner so richtig gestresst. Liegt wohl auch daran, dass man sich sofort erholt, wenn man das Gebäude verlässt. Man steht ja direkt am Meer und im Grünen, so das selbst der Heimweg Spass macht, zumindest bisher, da alles neu ist.

Mein Projekt begann mit einer Diskussion über ICEO und den Einfluss der Geometrie der verwendeten Kanäle sowie über den konkreten Aufbau der Pumpe. Danach bekam ich einen Zugang zum Reinraum, der übrigens ungefähr die Größe von Bosch in Reutlingen hat und durchweg Klasse 1000-100 ist. Alles brandneu und richtig cool. War leider noch nicht drin, aber sie haben e-beams, pvds, cvds, sputters, dries, HF-Benches und KOH-Benches, 4!!!!! Maskenschreiber die ne Maske in 3!!!h fertig haben in Hi-Res und und und.... Ein Traum. Am Fr werde ich an nem brandneuen Heidelberg instrumenst Maskenschreiber geschult.

Also die Infrastruktur ist der reine Wahnsinn, denn auch die meißten anderen Gebäude sind recht neu.

Nachdem dann alles für den Cleanroom geklärt war fing ich also an mein Maskendesign in Auto-CAD zu fertigen. Wieder ein neues Programm, wieder anders als das bisher gekannte^^. Aber ich lerns. Die Maske geht dann nach Fertigstellung des Plans direkt zum Schreiber und wenn alles klappt kann ich 4-5h später mit Litho auf Si beginnen und meine Abgußform fürs PDMS schaffen.

Morgen ist dann noch das erste Gruppenmeeting der Arbeitsgruppe Squires.

Soviel zur Arbeit bisher. 

Das Leben hier ist Alles in Allem bisher auch recht angenehm. Allerdings sind viele Sachen sehr verschieden, mehr als ich dachte. Zunächst mal ist alles, aber auch alles viel größer. Autos, Städte, Uni, Essen.....

Auch die Mentalität ist eine andere. Die Leute sind alle superfreundlich und zT auch offener als in Deutschland. Allerdings geht mir die Wegwerfgesellschaft hier etwas auf den Keks. Alles wird überdimensioniert und was man nicht braucht wird weggeschmissen. Allerdings machen das auch hier nicht alle mit.

Alles in Allem bisher aber auf jeden Fall ne 1 mit Sternchen.

So, genug gebraddelt.

Wünsche euch einen schönen Tag und mir eine gute Nacht^^.

 

Greetz, c ya guys.

 

Michael

26.6.08 09:04

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Olaf / Website (26.6.08 13:54)
Hallo Muni!

Schön, dass du dich meldest - ich dachte schon sie hätten dich am Flughafen einkassiert (Mann mit Bart, okay, rot - aber das könnte ja gefärbt sein - und die Haut -- Michael Jackson ist ja auch weiß).

Die Uni scheint ja echt cool zu sein. Bin auf Bilder gespannt.

Wie weit sind die Waldbrände eigentlich entfernt?

Gruß,
Olaf


Da Schneida (26.6.08 15:23)
Hallo auch von mir.

Bisher hört sich fast alles genauso an, wie es im Ansichtsmaterial zu sein schien, das du vor ein paar Wochen geschickt bekommen hast.

Bei uns geht alles den gewohnten Gang. Man fährt täglich zu den verschiedenen Vorlesungen zur Uni, trifft sich danach zum mikromechanischen Projekt, man wird immer frustrierter, weil AnSYS alles andere nur nicht das macht, was es soll, geht dann saufen und fährt wieder nach Hause...

Naja, ganz so dann doch nicht, das saufen gehen musst du (leider) streichen :P

Bis demnächst. Ich hoffe, wir bekommen wirklich bald Fotos zu sehen.


Annemone (26.6.08 18:34)
Hey, schön dass du dich meldest!

Das klingt super und sieht noch viel besser aus. Hoffendlich geht es so weiter.
Wundert mich allerdings auch, dass du keine Probleme bei der Einreise bekommen hast. Sind das alles nur Märchen oder haben die echt Leute rausgezogen?

Ich hoffe du verzeihst, wenn ich von dem, was du von der Arbeit geschrieben hast, rein gar nichts verstehe.

Wünsche dir noch viel Spaß und Erfolg!


MaPa (26.6.08 20:15)
Hallo Michael,

das macht ja richtig Lust auf mehr! Und selbst die Uni scheint weniger stressig als in SB (D). Wir gönnen Dir die (hoffentlich schöne) Zeit in den USA.

Wollte eigentlich der erste Kommentator sein, aber die Studenten waren halt schneller; haben wohl doch mehr Zeit als ein vielbeschäftiger ehemaliger Arbeitnehmer!

Wünschen Dir jedenfalls viel Erfolg und Spass dabei!


Sabrina (1.7.08 20:01)
Hallo Michael!

Christian, ich glaube so heißt er, war so nett mir den Link für deinen Block zu schicken, sodass ich auch verfolgen kann, was bei dir so los ist. Bis jetzt scheint es ja gigantisch toll zu sein, ich hoffe das bleibt auch so und wünsche dir ganz viel Spaß und Erfolg in SB (USA) und dass du wieder gesund zurück nach SB (D) kommst. (Zumindest bei der Abkürzung deiner Unistadt musst du dich ja nicht umstellen).
Liebe Grüße aus der ehemaligen Nachbarschaft
Sabrina